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Werdegang

Wie kam ich zum Behinderten - Leistungssport?

Von klein auf habe ich Freude an der Leichtathletik. Früher besuchten wir, meine Eltern und ich, meinen älteren Bruder am Jugi-Tag. Dort rannte ich auf der Rundbahn wie die grossen herum.
Ab der 4. Klasse besuchte ich regelmässig wie mein Bruder die Jugendriege.
Mit dem Wechsel in die Oberstufe stieg ich von der Jugendriege ins J+S Turnen auf. Aber schon nach einem Jahr drang es mich nur noch Leichtathletik zu trainieren.
So begann ich im alter von 12 Jahren mit der Leichtathletik im Verein LA Nidwalden.
Ich erkannte schon bald, dass der Weitsprung mir sehr ans Herz gewachsen ist.
Jedoch begleitet mich auch seit meiner Geburt eine Augenkrankheit, die mein Augenlicht beeinträchtigt.
Diese Krankheit nennt sich RIGER, von diesem ich das Syndrom habe. Bei mir hat sich das durch eine extreme Hornhautverkrümmung (nicht messbar), elipsenförmige Linse und durch zu hohen Augeninnendruck ausgewirkt. Vor allem der Augeninnendruck ist das primäre Problem. Dieser wurde in meiner Lehrerseminarzeit instabil und forderte unzählige Operationen, bei diesen immer hinter die Hornhaut eingegriffen werden musste. Das wiederum verursachte einige Narben auf der Hornhaut. Dadurch wurde die Hornhaut immer trüber. Jetzt sehe ich noch Schatten, Farben und Lichtquellen. Daher bin ich auf den weissen Stock, Brailleschrift (Punktschrift) und auf die Sprachausgabe auf meinem Computer angewiesen.
Dies erlernte ich an der Eingliederungsstelle für Blinde und Sehbehinderte in Basel.
Während dieser blindentechnischen Ausbildung hatte ich viel Zeit, die ich für Leichtathletik einsetzen wollte.
Ich schloss mich einer Fitnessgruppe von Blinden und Sehbehinderten, die für das Eidgenössische Turnfest in Bubendorf trainierten, an. Sie erkannten schon bald, dass ich schon länger Leichtathletik betreibe. Zufälligerweise war der Materialchef der Nationalmannschaft dabei, der mich anfragte, ob ich nicht Leistungssport betreiben möchte. Ich bestätigte mit leuchtenden Augen. Der Materialchef Andreas Hünig gab mir die Nummer des Nationalcoachs Hubert Pauchard und ich vereinbarte mit ihm, am Eröffnungsmeeting in Düdingen teilzunehmen. Dabei konnte er mich ansehen und mich auch kennen lernen. Er stellte ebenfalls eine sehr gut vorhandene Laufschule fest. Dort absolvierte ich seit den letzten drei Jahren wieder einmal die Disziplin Weitsprung. Trotz Regen sprang ich 5.40m was die B-Limite für die EM war.

An diesem Zeitpunkt wusste ich bereits, dass ich an der Pädagogischen Hochschule in Fribourg studieren werde.
Wir, Hubert und ich, beschlossen, dass ich im Verein TSV Düdingen und im Kraftraum der Universität für Sporterziehung trainieren werde.

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