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Saisonende

Saisonende 2012

Hallo zäme!

Ich setze euch in Kenntnis, dass ich das Ziel Paralympics London 2012 leider
loslassen muss.

Die Schmerzen im rechten fussgelenk sind zu gross.



wie kam es dazu?

Am 24. März kam ich in der Laufschulübungen auf eine Unebenheit, bei der
mich der Guide zu spät warnen konnte. Ich knickte nur ganz leicht ein und
konnte mich vor einem ganzen abknicken noch retten. Jedoch surrte die
Schmerzen noch kurz etwas im Gelenk nach. Nach dem Abklingen, konnte ich
optimal weiter trainieren.

Jedoch war die Belastung heftiger als ich annahm. Anfangs ging ich von einer
Entzündung aus, was ich durch den Arzt auch Bestätigen liess. Er
verabreichte mir eine Salbe (Lyman). Als es nicht besserte, nahm ich noch
Entzündungshemmende Medikamente. Als dies auch keinen Erfolg abzielte,
suchte ich erneut den Arzt auf und er machte ein Röntgenbild. Dies zeigte
nach seiner Diagnostik Verkalkte Bänder. Er überwies mich zum Orthopäden.

Der Orthopäde diagnostizierte Artrose im Fussgelenk, Knochenfortsatz am
vorderen Schienbeinknochen und am Fussrücken. Zudem müsste man sicher auch
die Bänder (aussen) neu rekonstruieren.

Da dies auf eine Operation mit anschliessender 6 bis 8 Wochen Sportpause
herauslaufen würde und die Zeit gerade dafür ungünstig wäre, schlug er mir
eine Cortisonspritze in die Fussgelenkkapsel vor.

Dies ergab nicht die erwünschte schmerzlindernde Wirkung. Darum suchte ich
nach einer Woche erneut den Orthopäden auf. Ich erklärte ihm, dass die
Spritze nicht die erhoffte Wirkung zeigte. Er verwies mich zu einer MRI
Untersuchung.

Die MRI Bilder zeigten eigentlich ein besseres Bild als die Röntgenbilder.
Da er nur von den äusseren Extremitäten des Gelenkes sprach und ich jedoch
Schmerzen hinter dem innen Gelenkknochen habe, schloss er auf eine mögliche
Irritation eines Nervs. Um diese Schmerzen zu beheben, spritzte er an dieser
Stelle wiederum etwas Cortison.

Dies half etwas. Jedoch auch nicht so sehr, wie Cortison helfen soll. Drei
Wochen später, als ich wiederum bei ihm war, schlug er vor es noch mit einer
Spritze in die Aussenbänder zu probieren.

Da hatte ich das Gefühl, dass dies die bessere Wirkung erzielte.

Doch nach und nach kehrten die Schmerzen innen hinten mehr und mehr zurück
und wurden heftiger, so dass ich in den letzten zwei Wochen im Training und
Wettkampf innerlich auf die Zähne biss.

Da gelangte ich an einen Punkt, bei dem ich sagen musste, dass ich so nicht
meine Leistungen abrufen kann. Zudem konnte ich unter den erschwerteren
Bedingungen nicht wie gewohnt optimal trainieren.

Zuletzt war ich noch in der Akupunktur. Dort wurden meine Schmerzen auf eine
Knochenhautentzündung zurückgeschlossen.



Da ich ein Kämpfer bin und trotz den Schmerzen versuchte die Trainings und
Wettkämpfe zu bestreiten, versuchte ich auch bis zu letzt alles zu geben.
Jedoch kapituliere ich nun vor den zu grossen Schmerzen und muss ich mein
grosses Ziel und Traum Paralympics London 2012 ziehen lassen.



Dieser Entscheid fällt mir sehr schwer und ist für mich auch eine neue
Erfahrung, mit der ich lernen muss umzugehen. Momentan schwanke ich zwischen
Sprachlosigkeit, Traurigkeit, Frustration, kritischen Fragen,
vorausblickendem Optimismus und nach Erklärungen ringenden Gründen.





Wie geht es weiter?



Priorität hat nun mein rechtes Fussgelenk. Ich bin mit diversen Orthopäden
in Kontakt. Kommenden Freitag habe ich einen Termin bei Suisse Olympic bei
der Assistentin von Geri Clenin. Er wird wahrscheinlich auch noch kurz
vorbei schauen. Ich erhoffe mir, dass er mich an einen guten Orthopäden, der
meine Situation kennt und weiss was auf dem Spiel steht und wozu das
Sprunggelenk wieder fähig sein sollte, verweisen kann.

Nach gelungener Operation werde ich vor allem den rechten Fuss kräftigen und
eine gute Grundbasis legen.



Das bedeutet, dass ich vorerst mich vom Training und Wettkämpfen
zurückziehe.

Ein weiterer Punkt ist die Guide Frage. Von 3 Guides haben mir zwei bereits
mitgeteilt, dass sie als Guide zurücktreten.

Das bedeutet, dass ich sicher wieder zwei weitere finden muss.



Für mich steht es fest, sofern die Operation gut kommt und die Genesung gut
voran schreitet, möchte ich weitermachen. Ich habe in den letzten vier
Jahren viel neues gelernt, profitiert und geschätzt. dies möchte ich nicht
einfach hinwerfen.

Leider wurde ich auch vom Verletzungen begleitet teils durch Pech und teils
auch durch Eigenverschuldung.





Ich möchte mich ganz herzlich bei all jenen bedanken, die mich auf meinem
Weg zu den Paralympics London begleitet haben. Die mit mir bis zuletzt
gehofft und an mich geglaubt haben, die mich finanziell und materiell
unterstützt haben, die mit mir Zeit investiert haben, die ihren Fleiss,
Willen und Motivation in Trainings und Wettkämpfe hineingegeben haben, die
mich beraten haben, die mich zwischendurch wieder aufgebaut haben, die mich
behandelt haben, die unmögliches möglich gemacht haben...



Es ist schön zu wissen, dass so viele mit mir geträumt und an mich geglaubt
haben. Das zeigt, dass vieles auf ein Ziel ausgerichtet wurde. Nun hat mir
das Pech einen Strich durch die Rechnung gemacht und das Ziel kann ich nun
nicht erreichen. Dies lässt Platz für ein neues Ziel mit neuen kleinen
Zwischenzielen.



Man sagt: "Die Hoffnung stirbt zuletzt." Die Hoffnung auf die Teilnahme an
den Paralympics in London ist nun gestorben. Jedoch macht sie Platz für
einen neuen Traum, neue Hoffnung, neue Chancen auf eine neue Ära!



Ich bin und bleibe ein Optimist! Obwohl es für mich momentan ein schwerer
Tiefpunkt ist, bin ich überzeugt, dass es auch wieder aufwärts geht.

Der erste Wettkampf in diesem Jahr war für mich sehr erfolgreich! Die 5.60m
in der Halle in Halle (D) war meine Bestweite in allen Hallenwettkämpfen
seit ich den Behindertensport ausübe! Dies versprach aus meiner Sicht eine
tolle Saison. Jedoch kam es nun anders. Aber dennoch macht es mir Mut nach
der Genesung dran zu bleiben.

Das zeigt, dass der Weg und die Richtung richtig waren.

Ich blicke positiv in die Zukunft und es geht bestimmt weiter!

© 2005 Lukas Hendry - design by Reto Stadler |