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Assen (NL) 2003

Europameisterschaft Assen (NL) 2003

Die Europameisterschaft fand vom 16. bis 22. Juni 2003 in Assen in der Niederlande statt.

Dies war mein erstes internationales Meeting. Ich freute mich riesig auf diesen Wettkampf. Es erwartete mich viel Neues. Ich lernte die anderen grossen Leichtathletik Cracks des Behindertensportes kennen.

Aber zuerst musste ich zum internationalen Arzt. Er untersuchte meine Augen und meine Medikamente. Er teilte mich in die Klasse ein, in der ich starten durfte. Kurz um, er klassifizierte mich in die Klasse T/F 11.
T steht für Track (Bahndisziplinen) und F steht für Field (technische Disziplinen).
Ich konnte mich hier das erste Mal international mit den Athleten aus ganz Europa mit der gleichen Behinderung messen. Dies ist mir auch gelungen.

Im Weitsprung sprang ich mit 5.60m auf Platz 6. Diese Weite war damals neuer Schweizerrekord.
Im 100m stiess ich bis zum B-Final vor, in dem ich den 8. Schlussrang mit 12.98s belegte.

Im 200m konnte ich nicht mithalten. Ich bestritt nur den Vorlauf. Die Zeit war 26.02s.

Der 400m Vorlauf lief ich taktisch sehr gut und qualifizierte mich für den A-Final, in dem ich als Dritter ins Ziel lief. Leider passierte meinem Guide und mir ein ungewollter Regelverstoss. Wir liefen auf gleicher Höhe über die Ziellinie. Dies ist aber nicht erlaubt. Der Athlet sollte deutlich vor dem Guide über die Ziellinie laufen.
Obwohl das Zielphoto nicht ganz eindeutig war, wurden wir disqualifiziert.

Nebst den sportlichen Leistungen kam ich das erste Mal in Kontakt mit dem Callroom.
Im Callroom versammeln sich vor dem Start der Disziplin alle teilnehmenden Athleten. Dort werden sie kontrolliert, ob sie den richtigen Guide dabei haben, ob die Sponsoren grösse auf der Bekleidung stimmt, ob die Dunkelbrille wirklich genug Sicht verdeckt und ob man keine Natels, Discman's oder Kameras dabei hat. Diese sind im Stadion verboten.

In der Mannschaft war immer eine gute Stimmung und für Hubert war dieser positive Auftakt eine Bestätigung, dass er durchs Jahr hindurch mich super trainiert hat, obwohl ich sein erster blinder Athlet bin.

© 2005 Lukas Hendry - design by Reto Stadler |